Roadtrip von Sydney nach Perth (Teil 1)

26. Januar 2018, 9 Uhr morgens. Ich stehe in der Ankunftshalle am Flughafen in Sydney mit einem Schild in der Hand. Ich bin nicht die einzige, viele Menschen stehen um mich herum und drängen sich um die wenigen Plätze um die Ankommenden sehen zu können. Nach und nach sehe ich wie Familien Familienangehörige freudig in die Arme schließen. Meine Aufregung wird immer größer, jedoch vergeht die Zeit unglaublich langsam. Und plötzlich sah ich sie. Mami und Papi kamen mit samt ihrem Gepäck in den Abholbereich. Ich stellte mich mit meinem selbst gebastelten Schild nach vorne und fiel ihnen in die Arme. Es war 8 Monate her, dass wir und das letzte Mal gesehen haben und die Freude war riesig.

Sydney

Die ersten 3 Tage verbrachten wir in Sydney. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten standen auf dem Plan. Das Opernhaus, die Harbour Bridge, der botanische Garten, Darling Harbour, Paddys Market, Chinese Night Market. Ich habe über alle Sehenswürdigkeiten in meinem Artikel „Sehenswertes in Sydney“ bereits berichtet – du findest ihn hier.

Am 29.01. haben wir uns in der Früh unseren Camper abgeholt und haben unser erstes Ziel angesteuert: die Blue Mountains. Auch hierüber habe ich bereits ausführlich in meinem Artikel „Ein Highlight außerhalb Sydneys – die Blue Mountains“ berichtet – lies hier nach.

Mallacoota

Nach Sydney ging es weiter nach Mallacoota. Hier verbrachten wir eine Nacht auf einem Campingplatz direkt an einem See gelegen. Man konnte einen schönen Spaziergang machen und einige frei lebende Pelikane beobachten. Am nächsten Morgen nach dem Auschecken, haben wir uns den Double Creek Nature Trail vorgenommen. Es war ein 30-minütiger Rundweg bei dem man Koalas sehen konnte. Leider haben sie sich anscheinend vor uns versteckt. Danach sind wir weiter nach Lakes Entrance gefahren.

Lakes Entrance

Gegen Nachmittag erreichten wir Lakes Entrance. Nachdem wir uns auf dem Big4 Campingplatz eingerichtet haben, machten wir einen Spaziergang durch die Stadt. Auf der Suche nach etwas zu Essen liefen wir an einem See und einem bunten Stadtbild vorbei. Leider hatten alle Geschäfte bereits geschlossen, wodurch es keinerlei Shoppingmöglichkeiten gab. Auffällig ist, dass die kleine Stadt sehr viele Minigolfplötze besitzt, allerdings waren sie ebenfalls bereits geschlossen.

Phillip Island

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Phillip Island. Unser Ziel war die bekannte Pinguin Parade. Auf Phillip Island angekommen merkten wir, dass wir uns im Vorhinein besser über die Parade informieren hätten sollen. Wir fanden raus, dass die Parade 25,70$ pro Person kostet und ein richtiges Event daraus gemacht wurde. Wir waren alle enttäuscht. Den Preis hätten wir noch gezahlt, allerdings waren wir alle der Meinung, dass diese Aufmachung für die Tiere nicht besonders schön sein muss. Mitten in deren Laufweg, ist eine Tribüne für die Zuschauer gebaut worden und ihr Weg ist ausgeleuchtet. Anstatt in Ruhe ihren täglichen Weg zurücklegen zu können, haben sie ständig Tausende von Menschen inklusive deren Lärm und Beleuchtung um sich herum. Dies wollten wir nicht unterstützen und haben uns daher dagegen entschieden die Pinguine zu besuchen. Stattdessen besuchten wir am nächsten Tag das Koala Conservation Centre. Dieses Center beschützt einen natürlichen Lebensraum der Koalas auf Phillip Island. Es ist ein großes Stück Wald, welches durch das Center geschützt wird um den Lebensraum der Koalas zu erhalten. Da es nicht genug Eukalyptus auf diesem Terrain für die Anzahl von Koalas gibt, versorgen die Ranger sie täglich mit extra Eukalyptus. Hier kann man gegen einen Eintritt von 12,80$ Koalas in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Es gibt einen Tree Top Walk von welchem aus man die Koalas schneller finden kann. Tatsächlich haben wir insgesamt 11 Koalas gefunden. Sie schliefen in den Baumwipfeln und genossen die Sonne. Bloß zur Fütterungszeit wurden sie agiler und einen konnten wir schön beim Fressen beobachten. Koalas sind extrem süß, aber tatsächlich die dümmsten ihrer Art. Sie gehören, ebenso wie Känguruhs, Wombats und Wallabies, den Marsupials, also den Beuteltieren, an. Koalas haben ebenfalls zwei Gehirnhälften, allerdings sind diese nicht miteinander verbunden, wodurch ein gewisser Mangel an Intelligenz vorliegt. Aber dafür haben sie extrem schnelle Reflexe, was man sich bei den faulen Tieren kaum vorstellen kann, allerdings beim Klettern auf Bäumen von Vorteil ist. In dem Koala Conservation Centre gibt es auch eine Halle mit allen möglichen Informationen zu Koalas und anderen Tieren in der Umgebung. Tatsächlich kann man dort auch als Volunteer arbeiten.

Melbourne

In Melbourne haben wir zwei Tage verbracht. Am ersten Abend bin ich mit einer Freundin aus Kanada in die Ice Bar gegangen. Das war ein interessantes und cooles Erlebnis. In der Bar selbst hat es -20°C. Der komplette Raum besteht aus Eis. Man wird mit Handschuhe und einer dicken Jacke ausgestattet. Es gibt verschiedene Pakete die man bei der Bar buchen kann. Genauere Preisinformationen findet ihr auf deren Internetseite. In der Bar gibt es einige Eisfiguren und einen eisigen Thron.
Den nächsten Tag haben wir damit verbracht durch die Innenstadt zu laufen und das schöne Wetter zu genießen. Besonders schön kann man am Yarra River entlang flanieren. Was es alles für Sehenswürdigkeiten in Melbourne gibt erfahrt ihr in meinem nächsten Artikel „Sehenswürdigkeiten in Melbourne“.

Great Ocean Road

Die Great Ocean Road ist eine 243 km lange Panorama Straße, die an der Süd-Ost-Küste Australiens lang führt. Tatsächlich ist die Great Ocean Road ein permanentes Kriegsdenkmal, welches von zurückkehrenden Soldaten aus dem ersten Weltkrieg errichtet wurde um an die gefallenen Soldaten des Krieges zu erinnern. Im August 1918 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, sie zogen sich bis November 1932. Am 26. November wurde die Straße feierlich eröffnet.
Beim Befahren der Great Ocean Road kann man wunderschöne Ausblicke auf das Meer genießen. Aber anders als der Name es vermuten lässt führt ein Teil der Great Ocean Road durch ein beeindruckendes Stück Wald und nicht am Ozean entlang. Selbstverständlich haben wir einige wichtige Stopps auf unserer Route mitgenommen:

Lavers Hill

In Lavers Hill war unsere erste Übernachtung auf der Great Ocean Road. Es war ein sehr abgelegener Campingplatz mit einem Roadhouse im Vorderbereich, welches als Bar und Restaurant diente. Am nächsten Morgen haben wir uns auf den Weg zu dem Tree Top Walk in Lavers Hill gemacht. Der Tree Top Walk befand sich im Regenwald und war ein Wanderweg auf dem Boden bis hoch in die Baumwipfel der gigantischen Bäume. Von dort oben hatte man einen super Ausblick auf den unten am Boden wachsenden Farn und die Spitzen der Bäume, die in den Himmel ragten. Es war eine sehr wackelige Angelegenheit und ist nichts für Menschen mit Höhenangst. Nach unserem Ausflug in die Höhe ging es weiter in Richtung Zwölf Apostel.

Twelve Apostles

Die zwölf Apostel sind kaum zu übersehen. Es ist mit großen Schildern ausgeschildert und selbst wenn man diese übersieht, muss man einfach nur den Touristen Trauben, hauptsächlich asiatischer Herkunft, folgen. Die Attraktion selbst besteht aus einem Weg der am Ozean entlang auf einen der Apostel führt. Die bis zu 50 Meter hohen aus dem Wasser ragenden Kalksteine sind sehr beeindruckend. Der Name 12 Apostel ist sehr irreführend, da es tatsächlich immer nur 9 gab. Am 03. Juli 2005 ist einer der Apostel, genannt „Judas“, eingestürzt, sodass nur noch 8 übrig waren. Die berühmte Felsformation „London Bridge“ brach bereits am 15. Januar 1990 ein. Zwei Touristen wurden unter den Trümmern begraben, konnten aber später von Helikoptern gerettet werden.

Mount Gambier

Nachdem wir das Bestaunen des Naturspektakels beendet haben, fuhren wir weiter nach Mount Gambier. Dort angekommen sind wir zum Umpherston Sinkhole gefahren. Es ist ein spektakulärer Garten in einer Senkgrube, welches früher eine Kalkstein Höhle war und im Laufe der Jahre durch Erosion zu einer Senkgrube wurde. 1886 ist sie von James Umpherston in einen wunderschönen Garten verwandelt worden. Man kann es den ganzen Tag besuchen und sobald die Dämmerung einsetzt erscheinen ganz viele Possums um zu fressen. Sie sind so zutraulich, dass sie sich füttern lassen. Das haben wir natürlich auch gemacht und hatten einen riesen Spaß dabei. Sie sind wirklich niedlich und lassen sich sogar streicheln.

Kingston

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Kingston. Kingston ist für etwas sehr amüsantes berühmt. Einen Hummer. Einen riesengroßen Hummer. Larry, der Big Lobster, hat eine Höhe von 17 Metern und wurde gebaut um mehr Touristen anzulocken.
Es ist ein seltsames Gefühl neben so einem riesigen Hummer zu stehen, aber es ist witzig es zu besuchen.

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Cape Jervis

Im Anschluss ging es weiter nach Cape Jervis. Unser Ausgangspunkt für Kangaroo Island. Der Campingplatz war noch im Aufbaumodus und dementsprechend etwas chaotisch. Allerdings gab es ein Restaurant mit wirklich gutem Essen. Der Campingplatz war komplett von Vögeln eingenommen, die einen unglaublichen Lärm gemacht haben. Hunderte von Kakadus saßen auf den Ästen der Bäume, sodass man wahrlich den Baum vor lauter Vögeln nicht mehr sehen konnte. Es sind total verrückte Vögel, man konnte beobachten, wie sie Saltos an den Ästen gemacht haben und dabei den Spaß ihres Lebens hatten. Nachdem wir die Vögel beobachtet und Rommé gespielt haben ging es ins Bett um uns für den nächsten Tag und Kangaroo Island entspannen zu können.

So. Wie es auf Kangaroo Island weiterging, was für Sehenswürdigkeiten Melbourne zu bieten hat und welche Stopps wir auf dem Rest unseres Roadtrips angefahren sind, erfahrt ihr in den nächsten Artikeln 😊

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